Wachsende Schülerzahlen und Schulraumnot kennzeichnen immer wieder die Schulsituation im 19. und 20. Jahrhundert in Kirrlach. Die älteste Schule in Kirrlach, die Goetheschule, wurde 1898 erbaut und diente in über 6 Jahrzehnten tausenden von Schülern als Unterrichtsstätte. Im Jahre 1960 besuchten mehr als 900 Schülerinnen und Schüler die mit 12 Klassenzimmern ausgestattete Goetheschule. Um diese Schulraumnot zu beheben, wurde ein großzügiger Schulhausneubau beschlossen. 1958 erwarb die Gemeinde Kirrlach deshalb im südlichen Neubaugebiet, dem Gewann Hühnerlöchle, ein Gelände von mehr als 4 ha Größe und vereinigte dieses Grundstück mit einem bereits vorhandenen gemeindeeigenen Grundstück zu dem neuen Schulgelände, das rund 50.000 qm umfasst.
Um einen zweckmäßigen Entwurf zu erhalten, wurde 1958 ein Wettbewerb ausgeschrieben, an welchem sich rund 50 Architekten aus ganz Nordbaden beteiligten. Das Preisgericht unter Vorsitz von Oberbaurat Liedvogel aus Heidelberg tagte im September 1958 in der Turnhalle in Kirrlach und die Gemeinde erwarb danach die Entwürfe der ersten 4 Preisträger. Die Planung und weitere Ausarbeitung wurde dem 2. Preisträger, Dipl. Ingenieur Carlfried Mutschler aus Mannheim übertragen, dessen Entwurf durch seine architektonische Gefälligkeit und seinen Kostenvorteil den Zuschlag erhielt. Nach einer Bauzeit von etwas mehr als 2 Jahren wurde die neue Schule am 05.04.1962 durch Bürgermeister Ernst Oechsler ihrer Bestimmung übergeben.
Architektonisch gesehen ist beim Bau der Schillerschule der Pavillionstil mit zweigeschossigen Trakten gepaart worden. Harmonische ordnen sich in den Stahlbeton-Skelettbau, bei dem der Beton sichtbar gelassen wurde, die gelben Klinkerwände ein. Zunächst befanden sich auf der Ostseite der Schulanlage in einem zweigeschossigen Trakt 2 mal 5 Klassenzimmer für die Hauptschule, dahinter gruppieren sich im Pavillionstil 5 Klassenräume, die von der Grundschule genutzt werden. Bedingt durch die extrem steigenden Schülerzahlen in den 90er Jahren und der damit verbundenen Raumnot beschloss der Gemeinderat der Stadt Waghäusel im Jahre 1995, die Schule noch einmal durch einen zweigeschossigen Bau an der Ostseite, parallel zum bereits bestehenden Hauptschultrakt, zu erweitern, um sechs neue Klassenzimmer für die Grundschule zu gewinnen. Im Jahre 1998 wurde dieser Neubau seiner Bestimmung übergeben.
Dem Osttrakt schließt sich nach Westen hin gesehen der Mitteltrakt an, der im Erdgeschoss die Verwaltung beherbergt, im Obergeschoss Platz für die Fachräume Hauswirtschaft, Textiles Werken, Physik, Chemie und die Kernzeitbetreuung bietet.
Auf der Westseite befindet sich die 25 x 13 m große Schulturnhalle, an diese angeschlossen ist das Lehrschwimmbecken mit Umkleideräumen.
Problematisch war zu dieser Zeit das Fachraumangebot für den Bereich Technik. In Holzbaracken, die ehemals der damals noch jungen Realschule als Notklassenzimmer dienten, wurde der Unterricht in Technik abgehalten. Um diesen unhaltbaren baulich Zustand zu ändern beschloss der Stadtrat im Jahre 1990 die Erweiterung der Schillerschule im Südwesten des Schulgrundstücks. 1993 wurde der harmonisch in die Gesamtkonzeption integrierte Neubau anlässlich eines Schulfestes von Herrn Bürgermeister Straub seiner Bestimmung übergeben. In diesem eingeschossigen Ergänzungsbau mit Unterkellerung sind zwei Technikräume mit dazwischen liegendem Maschinenraum, der Computerraum I, im Untergeschoss der Computerraum II, der Gymnastikraum, das Büro der Schulsozialarbeiterin, Frau Weber-Graf und Hausmeisterräume untergebracht.
Auf der Südseite schließen sich der Grundschulsportplatz, der Hauptschulsportplatz mit 400 m Aschenbahn, der Pausenhof und das Beachvolleyballfeld an, welches 2006 eingerichtet wurde. Vor den Klassenzimmern 11-15 der Grundschule befinden sich kleine Terrassenanlagen mit Beerensträuchern als Abschluss, um in den warmen Tagen auch vor dem Klassenzimmer Unterricht abhalten zu können. Zwischen diesen Zimmern und dem Hauptschulsportplatz befindet sich eine lang gestreckte Wiese mit Lindenbäumen und einer darin integrierten Grillhütte. Klassenfeiern der Schule werden hier gerne abgehalten. Aus Sichtschutzgründen sind die Räume 11-15 durch einen künstlich aufgeworfenen Hügel vom Haupschulsportplatz getrennt.
Diesem Gelände schließt sich nach Osten hin ein kleines „Amphietheater“ an, welches nach kurzer Planzeit ebenfalls 2006 eingeweiht wurde. Hier finden seitdem in den Sommermonaten kleinere Aufführungen statt, ebenso dient es als kühles „Klassenzimmer im Freien“, wenn die Raumtemperaturen mal wieder unerträglich geworden sind. Daran an schließt sich ein kleines Biotop mit Trockenmauer und Senke, den Abschluss nach Norden bildet eine Streuobstwiese.
Vor dem Verwaltungstrakt in Richtung Norden befindet sich ein großzügiger Verkehrsübungsplatz, welcher 1965 seiner Bestimmung übergeben wurde und damals der erste seiner Art im noch bestehenden Kreis Bruchsal war. Im Jahre 2007 wurde dieser Verkehrsübungsplatz aufwändig saniert und nach Vorgaben der Verkehrspolizei umgestaltet.
Aktuell hat die Schillerschule folgendes Raumangebot:
- acht Klassenzimmer für die Hauptschule
- acht Klassenzimmer für die Grundschule
- ein Klassenraum für die mit uns kooperierende Außenklasse der Karl-
Berberich-Schule,
- ein evangelisches Religionszimmer mit integrierter Schülerbibliothek
- ein Klassenzimmer für den Türkischunterricht; ebenso Ethikunterricht.
Dieses Zimmer dient während der großen Pause auch als Streit-
schlichterraum.
- zwei Musikzimmer mit großzügiger Instrumentalausstattung
- ein Physik/Biologie/Chemie Raum mit angeschlossenem Vorbereitungs-
raum
- ein Klassenzimmer für die Kernzeitbetreuung
- ein TW-Raum
- ein Hauswirtschaftsraum mit 4 Küchenzeilen und Klassenzimmer
- ein Lernmittelzimmer
- ein Lehrmittelzimmer
- eine Lehrerbibliothek
- ein Konferenzzimmer
- Sekretariat mit Konrektorbüro
- Rektorat
- eine Schulsporthalle (25m x 13m) mit Geräte- und Ballräumen,
Umkleideraum, zwei Toiletten und Duschen
- ein Schwimmbad mit Duschen, zwei Umkleideräumen und zwei Toiletten
- ein Computerraum mit Geräten der neuesten Generation
- ein Computerraum mit Altgeräten aus dem vorhergehenden Computer-
raum
- zwei Technikräume
- ein Maschinenraum
- ein Gymnastikraum auch als Geigen- und Cellounterrichtsraum für die
1. und 2. Klassen genutzt
- ein Büroraum für die Schulsozialarbeit
Die Schulleitungen der Schillerschule
1962 – 1964 Rektor Waibel leitete beide Schulen
1964 – 1966 Konrektor Brechter leitete beide Schulen kommissarisch
1966 – 1977 Rektor Schebek
1977 – 1984 Rektor Mohler
1984 – 1997 Rektor Schernitzky
1997 - Rektor Fischer